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Einen Cent pro E-Mail

Was nichts kostet ist auch nichts wert oder einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Kostenlose Software hat es schwer sich gegen die kommerziellen Varianten durchzusetzen. Irgendwo herrscht einfach Misstrauen ob Qualität und Sicherheit gewährleistet sind.

Bei der E-Mail sieht es anders aus. Auch hier muss man nichts bezahlen – außer einmalig für die Infrastruktur und die Flatrate natürlich – handelt sich dafür aber enorme Qualitäts- und Sicherheitsmängel ein. Nur um günstig Millionen von E-Mails rausschicken zu können? Das machen sich hauptsächlich die zwielichtigen Gestalten und immer mehr die organisierte Kriminalität weidlich zu Nutze. Denen reichen Response-Raten im Promillebereich um satte Gewinne einzufahren.

Da wundert es auch nicht, wenn die Spamflut immer mehr zunimmt und mittlerweile 70 bis 90 Prozent (je nach Zähler) des E-Mail-Verkehrs ausmacht. Die Unsummen an Kosten die weltweit entstehen durch Bandbreitenverbrauch, unnötige Arbeitszeit, Sicherheitsmaßnahmen, und die Sicherheitsrisiken die man sich mit Viren, Trojaner und Spyware einfängt, lassen sich fast gar nicht beziffern.

Was wäre wenn jede E-Mail die man verschickt mit einem Cent zu Buche schlagen würde? Die Firmen und Ottonormalverbraucher könnten die Gebühren locker wegstecken (wer schickt schon persönlich mehr als 100 E-Mails am Tag?). Aber den Spammern dieser Welt würde der Spaß vergehen. Das erwirtschaftete Geld könnten die Provider dann wieder in Innovation, verbesserte Infrastruktur und mehr Quality of Service einbringen.

 Manchmal ist es wirklich nur das Geld, das zu sozialem Verhalten führt. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Einkaufwagen vor den Konsumtempeln wild in der Gegend herumstanden oder in der ganzen Stadt verteilt waren? Kaum jemand fand es notwendig den Weg zur Sammelstelle zurückzulegen. Seit man einen Euro (früher natürlich die Mark) investiert, flutscht das Ganze. Warum sollte es bei der E-Mail nicht auch funktionieren?  Herzlichst, Ihr, Albert Absmeier

Unified Communications

Unified Communications verspricht das Ende des Kommunikationswirrwarrs, wenn nicht gar den Aufbruch in ein neues Kommunikationszeitalter. Dabei sollen die Inhalte das Entscheidende sein, und nicht die Medien auf denen sie gespeichert sind oder über die sie übertragen werden. Die Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Partner erhalten die Chance jederzeit und von jedem Ort über das bevorzugte Medium auf die gewünschten Informationen zuzugreifen – eingeschränkt nur durch ein Rechtesystem und nicht durch technische Limitierungen. Die Kommunikationsteilnehmer sind jederzeit und an jedem Ort über das bevorzugte Medium erreichbar – begrenzt nur durch ein Erreichbarkeitsprofil und nicht durch technische Einengungen.

Die Industrie will uns weiß machen, dass sich diese Vision mit den diversen integrierten Systemen der verschiedensten Hersteller in ihrer technischen Ausgereiftheit heute schon umsetzen ließe. Dem ist aber nicht so. Die Komplexität der vollständigen Realisierung von Unified Communications in der Praxis verhindert noch die Alltagstauglichkeit. Zu zahlreich und zu offen sind die Fragen die sich bezüglich Technologie, Schnittstellen, Integration, Protokolle, Standardisierung, Sicherheit, Identity Management, Risiken, Betrieb, Provisioning, Geschäftsprozessen oder Geschäftsmodellen in einer heterogenen Systemlandschaft innerhalb und außerhalb der Unternehmen ergeben. Ja es ist noch nicht einmal genau definiert, was unter Unified Communications zu verstehen ist.

Dennoch gibt es einen Markt und auch schon Produkte in diesem neuen Spielfeld. In der Arena für Unified Communications treffen Anbieter aus der TK und IT aufeinander. Sie treten mal als Kooperationspartner, mal als Konkurrenten auf. Manche Lösungen sind eher hardwarebasiert – andere mehr softwareorientiert. Anbieter wie Siemens oder IBM offerieren hinsichtlich der Integrierbarkeit einen eher heterogen Ansatz, mit der Unterstützung vieler Drittanbieter. Cisco und Microsoft setzen dagegen mehr auf Homogenität, also integrierte Systeme aus einer Hand – mit den bekannten Vor- und Nachteilen.

Es ist daher im Vorfeld einer Investitionsentscheidung zu prüfen, ob eine Unified-Communications-Lösung in eine historisch gewachsene ITK-Infrastruktur integrierbar ist, und ob die Lösung hauptsächlich aus Soft- oder Hardware bestehen soll. Zudem muss die IT-Infrastruktur auf dem neuesten Stand gebracht werden, um Engpässe zu vermeiden, die Qualität zu gewährleisten und die Verfügbarkeit sicher zu stellen. Und nicht zuletzt sollten die Mitarbeiter an die neue Art der Kommunikation herangeführt werden.

Herzlichst, Ihr

Albert Absmeier

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