Verfasser-Archiv

Ohne RZ geht nichts (mehr)

 

Kein Thema beherrscht derzeit die Medien, Analysten und IT-Anbieter so sehr wie das Cloud Computing. Doch so spannend dieser Hype auch sein mag, am Ende des Tages muss auch die Cloud irgendwo physikalisch aufgehängt sein. Und das sind nun mal die Rechenzentren dieser Welt.

Deshalb beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe ausführlichen mit den Rechenzentren und deren Herausforderungen die vielfältigen Ansprüche zu bedienen. Diese Anforderungen sind gewaltig, gerade an bestehende Rechenzentren, denn nur selten wird man in der glücklichen Lage sein, ein neues RZ mit modernster Technik auf der grünen Wiese bauen zu können.

Die allermeisten Rechenzentren sind im Laufe der Jahre organisch gewachsen, weisen einen »Wildwuchs« an unterschiedlichsten Technologien auf und müssen trotzdem mit immer mehr Daten fertig werden. Diese Rechenzentren weisen Potenzial für Optimierung auf, das es zu heben gilt. Ein weiteres Problem stellen die steigenden Energiekosten dar. Bei den meisten Rechenzentren sollen ab  2013 die Energiekosten die Hardwarekosten überflügeln. Gegensteuern ist angesagt.

Bis zu fünf Prozent lassen sich beim IT-Budget einsparen wenn die Effizienz im RZ verbessert und die Ressourcenverschwendung eingedämmt werden kann. Die Standardisierung im RZ ist ein gangbarer Weg die Komplexität durch automatisierte Prozesse ein Stück weit zu reduzieren. Die Investition in neue Klima-, Server- und Storage-Technologien kann die Energiebilanz deutlich verbessern und das RZ »grüner« werden lassen.

Wir bieten Ihnen in dieser Ausgabe einen umfangreichen Schwerpunkt mit interessanten Beiträgen, die Ihnen sicherlich die eine oder andere Anregung verschaffen werden, wie Sie ihr Rechenzentrum auf Vordermann bringen können. Noch mehr zum Thema Rechenzentrum finden Sie in unserem Special auf www.manageit.de.

Und noch was in eigener Sache. Wenn Sie ein iPad haben, können Sie die »manage it« jetzt auch auf diesem Tablet lesen.

Herzlichst, Ihr

Albert Absmeier

Chefredakteur

Welche Cloud hätten S´ denn gern?

Robert Lemke stellte in der Sendung »Was bin ich« seinerzeit den Gästen zu Anfang immer die Frage: »Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?« Heute lässt sich diese Frage durchaus auf die IT-Anbieter übertragen – nur geht es hier nicht um Schweinderl sondern um Wolken. Darf es die Private, Public oder die Hybrid Cloud sein? Oft liefern die Anbieter die Antwort gleich mit.

  Kein Thema beherrscht seit zwei Jahren die IT-Szene so sehr wie Cloud Computing. Es scheint sich tatsächlich ein Paradigmenwechsel anzubahnen. IT-Ressourcen über das Internet zu beziehen und damit die eigene IT zu entlasten oder gar ganz zu ersetzen scheint verlockend. Dennoch zögern viele IT-Verantwortliche sich voll und ganz auf den Bezug der IT-Leistung aus der Wolke einzulassen.

  Tatsächlich gibt es gewichtige, rechtliche und sicherheitsrelevante Bedenken, die den Einsatz der Public Cloud als nicht akzeptabel für die eigene IT erscheinen lassen. So wird dann eine private Wolke im eigenen Rechenzentrum konzipiert oder aber nur Teile der Angebote aus dem Internet bezogen, was dann zu einer hybriden Wolke mutiert.

  In unserem Leitartikel ab Seite 48 stellt der Autor die provokante These auf, dass die private und die hybride Wolke aber nur Übergangsformen hin zur echten Cloud, der Public Cloud, sein können. Spätestens 2020 wird es keine Private und Hybrid Cloud mehr geben. Denn nur in der Public Cloud lassen sich die Vorteile, wie keine Investition in Server, keine Investition in Überkapazitäten, kein Betrieb und keine Wartung der IT-Ressourcen, flexibler Einsatz, Abrechnung des tatsächlichen Verbrauchs, Konzentration auf das Kerngeschäft, automatische Upgrades oder professionelles Sicherheitsmanagement vollends ausschöpfen.

  Sollte man deshalb gleich jetzt zu 100 Prozent auf die »richtige« Wolke setzen? Das muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden. Wir liefern die Denkansätze dazu, und das nicht nur in der hier vorliegenden Printversion, sondern auch als E-Paper im Internet, als Online-Portal, in der E-Magazin-Version auf dem iPad und demnächst auf Facebook. Frei nach dem Motto: Welchen Kanal hätten S´ denn gern?

  Herzlichst, Ihr

  Albert Absmeier

  Chefredakteur

  

www.manageit.de

Virtualisierung hoch 4

Derzeit beherrscht die Cloud, in welcher wolkigen Ausprägung auch immer, wie kein anderes Thema die Diskussionen in den IT-Abteilungen. Doch in den meisten Rechenzentren stehen nach wie vor sehr konkrete und pragmatische Entscheidungen für mehr Flexibilität und Kosteneinsparung auf der Tagesordnung. Und hier geht es meist um die Virtualisierung der Server, der Speicherlandschaft, der Desktops, der Netze und der Applikationen.

Es ist unzweifelhaft, dass sich durch die Virtualisierung der gesamten Hardwarelandschaft sehr schnell erhebliche Kosteneinsparungen realisieren lassen. Was aber häufig übersehen wird ist, dass man sich durch die Virtualisierung eine deutlich höhere Komplexität einhandelt. Wenn dann noch die diversen Virtualisierungsprojekte der Server, des Storage, der Netze und der Desktops unabhängig voneinander in den einzelnen Fachabteilugen der IT als Insellösungen durchgezogen werden, artet diese Komplexität sehr schnell in kontraproduktiven Wildwuchs aus.

Woran es nach wie vor meist fehlt ist eine holistische Strategie aller Virtualisierungsbestrebungen und eine übergreifende Managementsoftware, die alle virtuellen Komponenten einheitlich verwalten kann. In den einzelnen Teilbereichen für Server, Storage, Desktops oder Netzwerke haben die Anbieter diese Notwendigkeit bereits erkannt und bieten mehr oder weniger geeignete Software an, aber an einer allumfassenden Managementsoftware mangelt es nach wie vor.

Ein weiterer Aspekt betrifft das Thema Sicherheit in virtuellen Umgebungen. Es ist gar nicht so wichtig, ob die Server, Speicher, Desktops oder Netzwerkkomponenten physikalisch, virtuell, innerhalb des unternehmenseigenen Rechenzentrums oder in der Cloud sind. Was zählt ist vielmehr, ob die Daten in den virtuellen Infrastrukturen zuverlässig und dauerhaft vor Malware und Hackerangriffen geschützt werden können. Auch hier müssen die Anbieter noch einiges leisten.

Erst ausgereifte, umfassende Management- und Sicherheitswerkzeuge machen die eingesetzte Virtualisierungstechnologie zu einer Plattform, mit deren Hilfe Unternehmen Betriebsprozesse effizient und sicher automatisieren können. IT-Verantwortliche, die dies beherzigen, können Nutzenpotenziale weit über die reinen Hardwarekosteneinsparungen ausschöpfen und verwandeln ihre Rechenzentren in moderne Data Center, die ihre Geschäftsprozesse optimal unterstützen.

 

Herzlichst Ihr,

Albert Absmeier

Chefredakteur

Der Weg in die Cloud

Der Weg in die Cloud

 

Es führt kein Weg an der Cloud vorbei. Zumindest vermitteln die Marketingbotschaften der Anbieter den Eindruck, dass ohne Cloud Computing die Wettbewerbsfähigkeit, ja gar die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen erheblich leiden wird. So wird heftig auf die Vorteile der privaten, der hybriden oder der öffentlichen Wolke hingewiesen, und die Angebote an Software as a Service, Infrastructure as a Service, Platform as a Service und neuerdings auch Business Process as a Service sind so zahlreich wie die Pflastersteine römischer Straßen.

Dabei wird Cloud Computing immer noch zu häufig über die serviceorientierten und technischen Features verargumentiert, mit Aussagen die auf die IT-Effizienz, Kosteneinsparung und Verschlankung der IT-Organisation zielen. Das mag in einem ersten Schritt durchaus richtig sein, übersieht aber die Tatsache, dass die Wolke eigentlich kein Thema der IT ist, sondern letztlich eine Neuausrichtung der Business-IT und der Geschäftsprozesse im Unternehmen voraussetzt. Erst mit diesem Ansatz lassen sich die Potenziale des Cloud Computings – die über die Realisierung einzelner Effizienzsteigerungen hinausgehen – in Gänze ausschöpfen.

Das sich Einlassen auf die Wolke wird die Business-IT verändern, tiefer und nachhaltiger als alle Technologietrends der vergangenen Jahre. Die Rolle der IT wird sich ändern. Sie transformiert sich vom Erbringer von IT-Leistung zum Manager von IT-Leistung. Sie wird damit ein integraler Bestandteil der Business-Organisation. Um auf dem Weg in die Cloud nicht ins Stolpern zu geraten, müssen Unternehmen mit einer Bestandsaufnahme beginnen und ihr Portfolio an IT-Fähigkeiten mit den Unternehmenszielen qualifiziert synchronisieren. Unser Leitartikel ab Seite 50 zeigt Ihnen, wie Sie anhand von Lean IT und Shape IT Ihren Weg in die Cloud finden, ohne sich im Nebel zu verlaufen.

Sehr konkret wird es in unserem Beitrag ab Seite 56. Hier stellt die Finanz Informatik, als IT-Dienstleister der Sparkassen, sehr schön dar, welche Fortschritte bei der Einführung der Cloud bereits gemacht wurden und welche langfristigen Perspektiven sich daraus ergeben. Indirekt um die Cloud geht es auch im Artikel »Die IT-Organisation von morgen« ab Seite 18, in der der Wandel von der klassischen Informationstechnologie zur modernen Businesstechnologie beschrieben wird. Der Paradigmenwechsel zur kunden- und marktorientierten IT-Service-Organisation ist in vollem Gange. Auf dem Weg dorthin wird die »manage it« Sie weiterhin mit interessanten Artikeln begleiten, sei es in Druckform, als E-Paper, im Internet, auf dem iPad oder neuerdings auch in den sozialen Netzwerken bei Google+ und Facebook.

 

Herzlichst Ihr

Albert Absmeier

Chefredakteur

Unified Communications

Die Arbeitswelt wird flexibler aber auch vielschichtiger. Die Mitarbeiter wollen ihre Aufgaben immer häufiger von zu Hause aus oder in Teilzeit erledigen, Manager auf Reisen möchten unproduktive Wartezeiten mit sinnvollen Tätigkeiten für die Firma ausfüllen, Kollegen im Außendienst sollen aktuelle Informationen zum Kunden in Echtzeit abrufbar erhalten, die Kunden ihrerseits den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen mit einer Rufnummer überall und jederzeit erreichen können.

Ein weiterer Trend geht dahin, für Projekte aller Art Teams bestehend aus eigenen Mitarbeitern und vielen externen Experten zusammenzustellen. Das verteilte Arbeiten in diesen Teams und Projekten ist aber oft geprägt durch rudimentäres Vorhandensein der Context Awareness, das mangelnde Wissen um den Fortschritt des Projekts, die fehlende Information was andere Teammitglieder tun oder ob und wann sie erreichbar sind.

Auf der anderen Seite steigen die Anzahl der Geräte sowie die Arten der Medien die den Menschen für die Kommunikation zur Verfügung stehen. Das führt aber paradoxerweise – trotz erweiterter Kommunikationsmöglichkeiten – dazu, dass die Erreichbarkeit sich verschlechtert, während die Komplexität weiter steigt.

Die Antwort der Industrie auf diese Problemstellung nennt sich Unified Communications. Hiermit sollen integrierte Kommunikationsinfrastrukturen geschaffen werden, die die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Menschen zum Ziel haben. Dazu werden die einzelnen Kommunikationsstränge wie Groupware-Software, neue Medien wie VoIP und Instant Messaging und klassische IKT unter einer gemeinsamen Oberfläche konvergiert.

Das klingt kompliziert und ist es auch; gilt es doch Medienintegration, Präsenzinformation, Kontextintegration und Kooperationsfunktionen unter einen Hut zu bringen. Das zu stemmen ist auf der Anbieterseite nur den Großen der ITK-Brache gelungen und auf der Anwenderseite bisher ebenfalls nur den großen Unternehmen vorbehalten gewesen. Der Mittelstand musste sich mit, für seine Zwecke eigentlich ungeeigneten, abgespeckten Lösungen zufrieden geben. Dass es auch andere Ansätze gibt, zeigt unsere Titelgeschichte.

 

Herzlichst, Ihr

 

Albert Absmeier

Chefredakteur

Von BinnenMajuskeln und Regeltreue

Von BinnenMajuskeln und Regeltreue

Sie sind es gewohnt an dieser Stelle über Trends und neue Entwicklungen in der IT zu lesen. Mit dieser Tradition will ich für dieses Mal brechen und ein altes Phänomen zur Sprache bringen – die IT-Branche und deren Umgang mit der deutschen Sprache.

Zwei Dinge liegen mir dabei besonders am Herzen. Zum einen die ungehemmte und unreflektierte Verwendung von Fachbegriffen aus dem Anglikanischen. Zum anderen die zunehmende Verbreitung von Binnenmajuskeln in Produkt- und Firmennamen.

Die IT wird von den USA dominiert und so ist es nur selbstverständlich, dass neue Entwicklungen überwiegend in den Vereinigten Staaten stattfinden und damit einhergehend die assoziierten Fachbegriffe in Englisch gehalten sind. Nun kann man jedem englischen Fachbegriff einen nationalsprachliches Pendant entgegen setzen – wie die Franzosen es versuchen – oder fatalistisch, ja resignierend jeden Anglizismus akzeptieren.

Zugegeben, jeder Fachbegriff kann oder muss nicht in die eigene Sprache übersetzt werden. Aber dort, wo es eindeutige Begrifflichkeiten gibt, ist es überflüssig sich mit dem Englischen zu schmücken und Fachlichkeit vorzutäuschen. Beispiele: Human Resource statt Personal, Security Solution statt Sicherheitslösung, Business Process statt Geschäftsprozess, Health statt Gesundheit, Collaboration statt Zusammenarbeit, Compliance statt Regeltreue, Life Cycle statt Lebenszyklus, Message statt Nachricht, und so weiter und so fort.

Binnenmajuskeln sind Großbuchstaben (Versalien) inmitten eines Wortes. Von der deutschen Rechtschreibung her ist das bis auf eine Ausnahme bei den Eigennamen nicht vorgesehen (McDonald, MacIntosh, FitzGerald, FitzPatrick). Dennoch wird es immer häufiger von den Marketingabteilungen und Agenturen für die Produkt- und Firmennamen eingesetzt, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Hier nur einige der zahllosen Beispiele: BlackBerry, MacBook, QuickTime, easyJet, RedEye, MediaWiki, iPhone, PricewaterhouseCoopers, ThyssenKrupp, GlaxoSmithKline, BitTorrent, HafenCity, etc. Diese Art Begriffe zu schreiben wird inflationär genutzt. Die Folge: es passiert immer häufiger, dass Binnenmajuskeln auch fälschlicherweise eingesetzt werden: TransAmerica (Transamerica), FireFox (Firefox), UseNet (Usenet), TimeWarner (Time Warner), GameBoy (Game Boy), MicroSoft (Microsoft, ursprünglich korrekt), MacWorld (Macworld), KarmelKorn (Karmelkorn), PhotoShop (Photoshop, ursprünglich korrekt) und BlackBox (Black Box). Bei einigen Konstellationen löst sich das Problem aber von selbst: siehe DaimlerChrysler.

Sollen wir als journalistisches Magazin die Werbetrommel für die Firmen rühren oder uns lieber an die Rechtschreibregeln halten? Mich interessiert Ihre Meinung zu diesen beiden Themen.  Ich lade Sie herzlich ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Sie können die Kommentare auch abgeben, ohne sich vorher registieren zu müssen.

Herzlichst, Ihr,

Albert Absmeier

Chefredakteur

SOA – die Wahrheit

 

Für die einen ist die serviceorientierte Architektur die nächste kopernikanische Revolution der Informationstechnologie, für die anderen nur die Fortführung des Komponentenansatzes und der Objektorientierung aus den 80er und 90er Jahren mit anderen Mitteln.

Die einen versprechen die eierlegende Wolchmilchsau mit enormen Einspar- und Effizienzpotenzial, die anderen gerieren sich als Warner vor zu vielen, unsicheren Baustellen, neuerlich gesteigerter Komplexität und unrealistischen Erwartungen.

Für die einen entfaltet allein die Einführung einer SOA schon enorme Wirkung, für die anderen werden die Potenziale erst in Kombination mit Business Process Management, oder mit Business Service Management, oder mit Business Rules Management, oder mit einem Enterprise Service Bus – um nur einige Beispiele zu nennen - freigelegt.

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.

Eine SOA wird die Art und Weise wie die Informationstechnologie in Unternehmen aufgestellt ist, entscheidend verändern. Sie wird zahlreiche (Web) Services miteinander verbinden und die Basis für ein flexibles und agiles Unternehmen bilden. Aber: SOA konzentriert sich auf die IT und die Integration der Prozesse.

Erst die Konvergenz von Business und IT, das IT-Business-Alignment wird dafür sorgen, dass Änderungen in den Geschäftsprozessen die aus den Fachabteilungen heraus angestoßen werden, sich stringent, schnell und relativ einfach in Änderungen in den IT-Systemen widerspiegeln.

Wir bieten Ihnen in dieser Ausgabe einen wirklich umfangreichen Schwerpunkt zum Thema SOA. Hier finden Sie die Essenz aus Aberduzenden von Artikel, die wir für Sie im Vorfeld eruiert haben. Viele Antworten auf Ihre Fragen zu SOA werden Sie hier finden. Weitere, zum Teil sehr tiefgehende Beiträge finden Sie auf unserer Homepage.

Die IT träumt davon endlich eine finale Lösung entwickeln zu können, die überschaubar und trotzdem skalierbar, die performant und trotzdem flexibel, die leicht zu warten ist und dennoch (fast) nichts kostet. Das wird SOA wahrlich nicht leisten können. Aber man befindet sich auf dem richtigen Weg dahin.

 Herzlichst, Ihr Albert F. Absmeier

Hat die IT noch einen Wert?

  

Die Entwicklung der Geschäftsvisionen und Ziele der Unternehmensführung haben sich in den letzten Jahren meist anders, nämlich häufiger, unvorhergesehener und schneller, vollzogen, als dies den IT-Abteilungen lieb war. Die waren, und sind es zumeist immer noch, vornehmlich damit beschäftigt, die Aufträge über Konsolidierung und Kostenreduzierung zu erfüllen.

Dadurch ist eine Kluft entstanden. Die IT bietet häufig nicht die Flexibilität und Agilität sich in geeigneter Weise an die Geschäftsprozesse und deren beschleunigten Veränderungsanforderungen anzupassen. Das reduziert die Innovationsrate des gesamten Unternehmens. Die IT ist nicht der Treiber für Innovation, sondern stellt oftmals die Bremse dar. Über ein neues Wertversprechen, das die Gesamtsicht des Unternehmens abbildet, muss diese Kluft geschlossen werden.

 

Die konsequente Ableitung der IT-Strategie aus der Unternehmensstrategie ist aber bis dato noch nicht tägliche Praxis. In vielen Unternehmen werden die IT-Strategien primär aus der Innensicht der IT und nur mit punktueller Anknüpfung an die Unternehmensstrategie definiert. Wie sollte es aber auch anders funktionieren, wenn die IT-Abteilung nicht an der Strategieentwicklung des Unternehmens im Vorfeld teilnimmt, oder teilnehmen darf? So wird sie zum Ausführungsgehilfen degradiert, der beleidigt sein eigenes Süppchen kocht und sich nicht in die Karten schauen lässt. Die strategischen Aktivitäten in der IT müssen aber an der Unternehmensstrategie ausgerichtet sein und gegenüber dem »Restunternehmen« transparent gemacht werden. Eine Enterprise Value Map bietet einen Ansatz, um eine Brücke zwischen IT und Unternehmensstrategie zu bauen.

 

Die IT wird in mittleren und großen Unternehmen nach außen und nach oben meist durch einen CIO repräsentiert. Dessen Berufsbild und Selbstverständnis befindet sich derzeit in einem radikalen Wandel. Er muss sich neu orientieren und fokussieren um die IT im Unternehmen zu einem Erfolgsfaktor zu machen. Er muss auf der einen Seite jede Menge Wissen über die technologische Komponente der IT haben, auf der anderen Seite aber immer mehr die ökonomischen Aspekte seiner Arbeit in den Vordergrund rücken, ohne aber den fachlichen Background zu verlieren. Der moderne, strategieorientierte CIO muss auf Dauer wieder in der Vorstandsebene angesiedelt sein – und nicht mehr »nur« an den CFO berichten. Nur so werden Unternehmen der Bedeutung und dem Wert, den die IT darstellt, gerecht.

 

Herzlichst Ihr

  

Albert F. Absmeier

Einen Cent pro E-Mail

Was nichts kostet ist auch nichts wert oder einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Kostenlose Software hat es schwer sich gegen die kommerziellen Varianten durchzusetzen. Irgendwo herrscht einfach Misstrauen ob Qualität und Sicherheit gewährleistet sind.

Bei der E-Mail sieht es anders aus. Auch hier muss man nichts bezahlen – außer einmalig für die Infrastruktur und die Flatrate natürlich – handelt sich dafür aber enorme Qualitäts- und Sicherheitsmängel ein. Nur um günstig Millionen von E-Mails rausschicken zu können? Das machen sich hauptsächlich die zwielichtigen Gestalten und immer mehr die organisierte Kriminalität weidlich zu Nutze. Denen reichen Response-Raten im Promillebereich um satte Gewinne einzufahren.

Da wundert es auch nicht, wenn die Spamflut immer mehr zunimmt und mittlerweile 70 bis 90 Prozent (je nach Zähler) des E-Mail-Verkehrs ausmacht. Die Unsummen an Kosten die weltweit entstehen durch Bandbreitenverbrauch, unnötige Arbeitszeit, Sicherheitsmaßnahmen, und die Sicherheitsrisiken die man sich mit Viren, Trojaner und Spyware einfängt, lassen sich fast gar nicht beziffern.

Was wäre wenn jede E-Mail die man verschickt mit einem Cent zu Buche schlagen würde? Die Firmen und Ottonormalverbraucher könnten die Gebühren locker wegstecken (wer schickt schon persönlich mehr als 100 E-Mails am Tag?). Aber den Spammern dieser Welt würde der Spaß vergehen. Das erwirtschaftete Geld könnten die Provider dann wieder in Innovation, verbesserte Infrastruktur und mehr Quality of Service einbringen.

 Manchmal ist es wirklich nur das Geld, das zu sozialem Verhalten führt. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Einkaufwagen vor den Konsumtempeln wild in der Gegend herumstanden oder in der ganzen Stadt verteilt waren? Kaum jemand fand es notwendig den Weg zur Sammelstelle zurückzulegen. Seit man einen Euro (früher natürlich die Mark) investiert, flutscht das Ganze. Warum sollte es bei der E-Mail nicht auch funktionieren?  Herzlichst, Ihr, Albert Absmeier

Im eigenen Wissen ertrinken

Jahrelang wurde den CEOs und CIOs eingetrichtert, dass sie nur mit dem Nachfolger der Management-Informationssysteme – Business Intelligence – noch in der Lage wären, den Überblick im Unternehmen zu behalten. Nun stellt sich heraus, nachdem in gerade mal der Hälfte der Unternehmen diese modernen Werkzeuge des Berichtswesens eingesetzt werden, dass zu viele Analysen und Reports beziehungsweise Berichte damit produziert werden. 10.000 Reports und hunderte OLAP-Würfel sind in Großunternehmen keine Seltenheit mehr. Die erhoffte Transparenz für die Unternehmenslenker droht erneut verloren zu gehen.

»A fool with a tool is still a fool«. Nun kann man die Wissensarbeiter, die die BI-Tools einsetzen, beileibe nicht als Fools bezeichnen; aber sie dürften einem ähnlichen (Denk)Phänomen gegenüberstehen – wenn auch auf deutlich höherem Niveau. Nicht allein der hemmungslose Einsatz von Business Intelligence und Corporate Performance Management im Unternehmen bringt neue Erkenntnisse. Es ist notwendig, eine gründliche Analyse im Vorfeld durchzuführen, wozu man diese Werkzeuge einsetzen will, welche Reports mit welchen Inhalten für wen an welcher Position sinnvoll und welche Kennzahlen und Daten berichtenswert sind.

Aus Daten werden Informationen und aus denen wiederum wird Wissen. Hat man sich früher über zu viele geordnete wie ungeordnete Daten beschwert, aus denen nur schwer Informationen zu extrahieren waren, so ist heute der Zugang zu Wissen – der Veredelung von Information in aufbereiteter Form – nicht mehr das eigentliche Problem. Die Schwierigkeit besteht darin, aus dem Meer an Wissen, das um uns herumschwappt, das »richtige« Wissen herauszufischen, dieses zu filetieren und gleichermaßen wertsteigernd für die eigene Arbeit als auch für den Arbeit- oder Auftraggeber einzusetzen. Wir müssen alle nochmal Schwimmen lernen, um nicht im eigenen Wissen zu ertrinken. 

Herzlichst, Ihr, Albert F. Abmeier