Archive für Februar 2008

SOA – die Wahrheit

 

Für die einen ist die serviceorientierte Architektur die nächste kopernikanische Revolution der Informationstechnologie, für die anderen nur die Fortführung des Komponentenansatzes und der Objektorientierung aus den 80er und 90er Jahren mit anderen Mitteln.

Die einen versprechen die eierlegende Wolchmilchsau mit enormen Einspar- und Effizienzpotenzial, die anderen gerieren sich als Warner vor zu vielen, unsicheren Baustellen, neuerlich gesteigerter Komplexität und unrealistischen Erwartungen.

Für die einen entfaltet allein die Einführung einer SOA schon enorme Wirkung, für die anderen werden die Potenziale erst in Kombination mit Business Process Management, oder mit Business Service Management, oder mit Business Rules Management, oder mit einem Enterprise Service Bus – um nur einige Beispiele zu nennen - freigelegt.

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.

Eine SOA wird die Art und Weise wie die Informationstechnologie in Unternehmen aufgestellt ist, entscheidend verändern. Sie wird zahlreiche (Web) Services miteinander verbinden und die Basis für ein flexibles und agiles Unternehmen bilden. Aber: SOA konzentriert sich auf die IT und die Integration der Prozesse.

Erst die Konvergenz von Business und IT, das IT-Business-Alignment wird dafür sorgen, dass Änderungen in den Geschäftsprozessen die aus den Fachabteilungen heraus angestoßen werden, sich stringent, schnell und relativ einfach in Änderungen in den IT-Systemen widerspiegeln.

Wir bieten Ihnen in dieser Ausgabe einen wirklich umfangreichen Schwerpunkt zum Thema SOA. Hier finden Sie die Essenz aus Aberduzenden von Artikel, die wir für Sie im Vorfeld eruiert haben. Viele Antworten auf Ihre Fragen zu SOA werden Sie hier finden. Weitere, zum Teil sehr tiefgehende Beiträge finden Sie auf unserer Homepage.

Die IT träumt davon endlich eine finale Lösung entwickeln zu können, die überschaubar und trotzdem skalierbar, die performant und trotzdem flexibel, die leicht zu warten ist und dennoch (fast) nichts kostet. Das wird SOA wahrlich nicht leisten können. Aber man befindet sich auf dem richtigen Weg dahin.

 Herzlichst, Ihr Albert F. Absmeier

Hat die IT noch einen Wert?

  

Die Entwicklung der Geschäftsvisionen und Ziele der Unternehmensführung haben sich in den letzten Jahren meist anders, nämlich häufiger, unvorhergesehener und schneller, vollzogen, als dies den IT-Abteilungen lieb war. Die waren, und sind es zumeist immer noch, vornehmlich damit beschäftigt, die Aufträge über Konsolidierung und Kostenreduzierung zu erfüllen.

Dadurch ist eine Kluft entstanden. Die IT bietet häufig nicht die Flexibilität und Agilität sich in geeigneter Weise an die Geschäftsprozesse und deren beschleunigten Veränderungsanforderungen anzupassen. Das reduziert die Innovationsrate des gesamten Unternehmens. Die IT ist nicht der Treiber für Innovation, sondern stellt oftmals die Bremse dar. Über ein neues Wertversprechen, das die Gesamtsicht des Unternehmens abbildet, muss diese Kluft geschlossen werden.

 

Die konsequente Ableitung der IT-Strategie aus der Unternehmensstrategie ist aber bis dato noch nicht tägliche Praxis. In vielen Unternehmen werden die IT-Strategien primär aus der Innensicht der IT und nur mit punktueller Anknüpfung an die Unternehmensstrategie definiert. Wie sollte es aber auch anders funktionieren, wenn die IT-Abteilung nicht an der Strategieentwicklung des Unternehmens im Vorfeld teilnimmt, oder teilnehmen darf? So wird sie zum Ausführungsgehilfen degradiert, der beleidigt sein eigenes Süppchen kocht und sich nicht in die Karten schauen lässt. Die strategischen Aktivitäten in der IT müssen aber an der Unternehmensstrategie ausgerichtet sein und gegenüber dem »Restunternehmen« transparent gemacht werden. Eine Enterprise Value Map bietet einen Ansatz, um eine Brücke zwischen IT und Unternehmensstrategie zu bauen.

 

Die IT wird in mittleren und großen Unternehmen nach außen und nach oben meist durch einen CIO repräsentiert. Dessen Berufsbild und Selbstverständnis befindet sich derzeit in einem radikalen Wandel. Er muss sich neu orientieren und fokussieren um die IT im Unternehmen zu einem Erfolgsfaktor zu machen. Er muss auf der einen Seite jede Menge Wissen über die technologische Komponente der IT haben, auf der anderen Seite aber immer mehr die ökonomischen Aspekte seiner Arbeit in den Vordergrund rücken, ohne aber den fachlichen Background zu verlieren. Der moderne, strategieorientierte CIO muss auf Dauer wieder in der Vorstandsebene angesiedelt sein – und nicht mehr »nur« an den CFO berichten. Nur so werden Unternehmen der Bedeutung und dem Wert, den die IT darstellt, gerecht.

 

Herzlichst Ihr

  

Albert F. Absmeier

Einen Cent pro E-Mail

Was nichts kostet ist auch nichts wert oder einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Kostenlose Software hat es schwer sich gegen die kommerziellen Varianten durchzusetzen. Irgendwo herrscht einfach Misstrauen ob Qualität und Sicherheit gewährleistet sind.

Bei der E-Mail sieht es anders aus. Auch hier muss man nichts bezahlen – außer einmalig für die Infrastruktur und die Flatrate natürlich – handelt sich dafür aber enorme Qualitäts- und Sicherheitsmängel ein. Nur um günstig Millionen von E-Mails rausschicken zu können? Das machen sich hauptsächlich die zwielichtigen Gestalten und immer mehr die organisierte Kriminalität weidlich zu Nutze. Denen reichen Response-Raten im Promillebereich um satte Gewinne einzufahren.

Da wundert es auch nicht, wenn die Spamflut immer mehr zunimmt und mittlerweile 70 bis 90 Prozent (je nach Zähler) des E-Mail-Verkehrs ausmacht. Die Unsummen an Kosten die weltweit entstehen durch Bandbreitenverbrauch, unnötige Arbeitszeit, Sicherheitsmaßnahmen, und die Sicherheitsrisiken die man sich mit Viren, Trojaner und Spyware einfängt, lassen sich fast gar nicht beziffern.

Was wäre wenn jede E-Mail die man verschickt mit einem Cent zu Buche schlagen würde? Die Firmen und Ottonormalverbraucher könnten die Gebühren locker wegstecken (wer schickt schon persönlich mehr als 100 E-Mails am Tag?). Aber den Spammern dieser Welt würde der Spaß vergehen. Das erwirtschaftete Geld könnten die Provider dann wieder in Innovation, verbesserte Infrastruktur und mehr Quality of Service einbringen.

 Manchmal ist es wirklich nur das Geld, das zu sozialem Verhalten führt. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Einkaufwagen vor den Konsumtempeln wild in der Gegend herumstanden oder in der ganzen Stadt verteilt waren? Kaum jemand fand es notwendig den Weg zur Sammelstelle zurückzulegen. Seit man einen Euro (früher natürlich die Mark) investiert, flutscht das Ganze. Warum sollte es bei der E-Mail nicht auch funktionieren?  Herzlichst, Ihr, Albert Absmeier

Im eigenen Wissen ertrinken

Jahrelang wurde den CEOs und CIOs eingetrichtert, dass sie nur mit dem Nachfolger der Management-Informationssysteme – Business Intelligence – noch in der Lage wären, den Überblick im Unternehmen zu behalten. Nun stellt sich heraus, nachdem in gerade mal der Hälfte der Unternehmen diese modernen Werkzeuge des Berichtswesens eingesetzt werden, dass zu viele Analysen und Reports beziehungsweise Berichte damit produziert werden. 10.000 Reports und hunderte OLAP-Würfel sind in Großunternehmen keine Seltenheit mehr. Die erhoffte Transparenz für die Unternehmenslenker droht erneut verloren zu gehen.

»A fool with a tool is still a fool«. Nun kann man die Wissensarbeiter, die die BI-Tools einsetzen, beileibe nicht als Fools bezeichnen; aber sie dürften einem ähnlichen (Denk)Phänomen gegenüberstehen – wenn auch auf deutlich höherem Niveau. Nicht allein der hemmungslose Einsatz von Business Intelligence und Corporate Performance Management im Unternehmen bringt neue Erkenntnisse. Es ist notwendig, eine gründliche Analyse im Vorfeld durchzuführen, wozu man diese Werkzeuge einsetzen will, welche Reports mit welchen Inhalten für wen an welcher Position sinnvoll und welche Kennzahlen und Daten berichtenswert sind.

Aus Daten werden Informationen und aus denen wiederum wird Wissen. Hat man sich früher über zu viele geordnete wie ungeordnete Daten beschwert, aus denen nur schwer Informationen zu extrahieren waren, so ist heute der Zugang zu Wissen – der Veredelung von Information in aufbereiteter Form – nicht mehr das eigentliche Problem. Die Schwierigkeit besteht darin, aus dem Meer an Wissen, das um uns herumschwappt, das »richtige« Wissen herauszufischen, dieses zu filetieren und gleichermaßen wertsteigernd für die eigene Arbeit als auch für den Arbeit- oder Auftraggeber einzusetzen. Wir müssen alle nochmal Schwimmen lernen, um nicht im eigenen Wissen zu ertrinken. 

Herzlichst, Ihr, Albert F. Abmeier

Kein Zielkonflikt

Wie häufig spricht Ihre IT-Abteilung mit der Geschäftsführung über die Ausrichtung der IT-Strategie an der Geschäftsstrategie? Gibt es überhaupt den Wunsch oder die Einsicht in die Notwendigkeit eine gemeinsame strategische Handlungsbasis zum Wohle des Unternehmens zu finden? Oder befindet sich die IT in Ihrem Unternehmen noch in der Post-Dotcom-Phase, wird also als reiner Kostenfaktor verstanden, als Bereich der eine Dienstleistung abzuliefern hat, möglichst billig, möglichst effektiv?

Vielleicht hat die IT aber über die Themen serviceorientierte Architektur, Business Service Management, Geschäftsprozessmanagement oder die Konvergenz-Problematik  es auch schon verstanden sich wieder Gehör in den Führungsetagen zu verschaffen. Wenn es ganz gut gelaufen ist, hat der Vorstand von sich aus gefordert, dass die IT sich schneller an sich verändernde Geschäftsprozesse anpassen muss, sprich flexibler wird. Und sich kurzzeitig mit der Informations- und Telekommunikationstechnologie in seinem Hause auseinandergesetzt.

Aber eine holistische IT-Strategie, die sich ganz eng an die Unternehmensvisionen anlehnt, sie begleitet oder gar als Motor und Innovationstreiber für neue Geschäftsideen dient? Die gemeinsam von Geschäftsführung, Fachbereichen und IT jedes Jahr neu justiert wird? Meist Fehlanzeige. Ganzheitliche IT-Strategien mit einem Zeithorizont von fünf oder mehr Jahren sind aus der Mode gekommen. Begründung oder Ausrede: Das Rad würde sich zu schnell drehen, die Produktzyklen würden immer kürzer werden und die Konkurrenz immer schneller. Da mache es keinen Sinn sich darüber Gedanken zu machen, was in fünf Jahren sein wird. Gerade mal  zwei Jahre könne man einigermaßen sicher in die Zukunft blicken.

Das ist meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen. Gerade eine kundenorientierte und flexible IT benötigt einen Handlungsrahmen mit eindeutig definierten, kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. In meinen Gesprächen mit den CIOs und Geschäftsführern stoße ich zwar selten, aber erfreulicherweise immer häufiger auf Beispiele, die sich diese Maxime (wieder) zu Eigen gemacht haben.  Das werden auch die Unternehmen sein, die in fünf Jahren besser dastehen, als solche, die gerade mal einen Zeithorizont von zwei Jahren überblicken können wollen. Eine flexible IT und eine ganzheitliche IT-Strategie stehen nicht in Konflikt zueinander, sondern sollten das Ziel einer jeden zukunftsorientieren Organisation sein, die weiß, wo sie in fünf Jahren stehen will.

 Herzlichst, Ihr

 Albert F. Absmeier

SOA: Nach dem Hype ist vor dem Hype

Es gibt Entwicklungen, die erleben nach einem unglaublichen Hype eine ebenso atemberaubende Verabschiedung in die Versenkung.  Beim Thema SOA verhält es sich umgekehrt. Nach einem von Anbietern, Analysten und Beratern angefachten Hype, der von vielen potenziellen Anwendern vorsichtig, misstrauisch und abwartend beobachtet wurde, werden nun die realen Projekte in immer größerer Zahl und Geschwindigkeit angepackt. Jetzt beginnt der Hype in den Umsetzungen. 10 Prozent der deutschen Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit SOA gesammelt, weitere 50 Prozent planen eine Realisation in nächster Zeit.

SOA bietet den Unternehmen unschätzbare Vorteile, die sich in den Schlagworten Standardisierung, Konsolidierung, Kostenersparnis, Agilität und Flexibilität zusammenfassen lassen. Außerdem ist es das erste Architekturmodell überhaupt, das bestehende (Alt)Systeme als integralen Bestandteil eines neuen Systems betrachtet.  Die bereits etablierten und bewährten IT-Assets müssen also nicht über Bord geworden werden, sondern werden einfach gekapselt und über definierte Serviceschnittstellen in das neue Modell integriert.

Web-Services sind ein wichtiger Bestandteil von SOA. Wer aber behauptet, er würde SOA in seinem Unternehmen einsetzen, aber lediglich einige Web-Services verwaltet, der macht sich selbst etwas vor. SOA richtig eingeführt, bedeutet einen kompletten Umbau der Organisation in einem Unternehmen. Nicht umsonst wirken die Modelle der Berater und Integratoren so kompliziert und umfangreich. Und so liegen die größten Kosteneinsparmöglichkeiten nicht auf der technischen Infrastrukturebene, sondern überwiegend auf der betriebswirtschaftlichen Seite.

Das Gesamtkonzept SOA wird leider immer noch häufig auf eine reine IT-Plattform reduziert. Dabei geht eine SOA deutlich darüber hinaus und lässt die rein technische Dimension weit hinter sich. Das Ziel, das am Ende des Prozesses steht, ist ein Paradigmenwechsel bei der Zusammensetzung der Geschäftsprozesse hin zum abteilungs- und unternehmensübergreifenden Denken.

Die Unternehmen können vergleichsweise einfach in den Paradigmenwechsel in Richtung SOA einsteigen. Die neu gewonnene Freiheit und Flexibilität nimmt die Anwender aber verstärkt in die Pflicht.  Wurde bisher die Businesslogik fest in die Applikationen programmiert, muss er sich nun selbst intensiv mit den eigenen Prozessen und Services auseinandersetzen.  Eine permanente Optimierung und Anpassung der Geschäftsprozesse verlangt ein regelmäßiges In-Frage-Stellen der eigenen Arbeit. Ein neuer Hype?  Herzlichst, Ihr, Albert F. Absmeier

Die richtige IT-Strategie

Kann es sie geben – die richtige IT-Strategie? Nein, natürlich nicht. Dazu sind die Anforderungen, die die Unternehmensspitze an die IT stellt, einfach zu unterschiedlich, allein schon, weil jede Branche andere, ganz spezifische Rahmenbedingungen vorgibt. Aber selbst wenn man den kleinsten gemeinsamen Nenner ansetzen würde, kämen innerhalb eines Industriezweigs für jedes Unternehmen individuelle Antworten zustande.

Aber es gibt übergreifende Themen, die so, mehr oder weniger, für alle Unternehmen oder Institutionen Gültigkeit haben. Beispiel: Wenn man sich für eine, perfekt auf seine Organisation passende IT-Strategie entschieden hat, so gilt es den Schritt von der Planung zur Umsetzung zu gehen – und hier scheitern noch zu viele strategische IT-Projekte. Gründe? Die Fachbereiche werden zwar in der Regel noch bei der Formulierung der Strategieprojekte mit eingebunden, bei der Ausführung läuft diese aber häufig an ihnen vorbei: Mangelnde Kommunikation. Ein weiterer Grund, warum viele Unternehmen zwar IT-Strategien formulieren, aber letztlich nicht umsetzen, sind fehlende Governance-Strukturen und festgelegte Entscheidungsbefugnisse. Wie Sie es besser machen können, lesen Sie in unserem Schwerpunkt IT-Strategie.

Die Kosten, die in der IT durch die komplexen, schwer wartbaren, fehleranfälligen und kaum erweiterbaren (Software-)Systemlandschaften entstehen, sind ein weiteres Thema. Häufig ist die fehlende Berücksichtigung der Komplexitätsfolgekosten im Business Case für die Umsetzung von Business Features die Ursache. Hier hilft ein neuer Ansatz: die TCF-Ermittlung. Die Total Cost of Feature ergibt sich aus den Erstellungskosten plus den laufenden Kosten plus den Komplexitätsfolgekosten. Komplexitätsfolgekosten sind Ihnen unbekannt? Erfahren Sie dazu mehr in unserem Schwerpunkt.

Das grüne Rechenzentrum ist zurzeit ganz hipp. An allen Ecken und Enden sprießen neue Konzepte und Lösungsvorschläge aus dem doppelwandigen RZ-Boden. Von Server- und Speicherkonsolidierung, über 2, 4 oder 16 Kernen pro Prozessor mit optimiertem Powermanagement bis zur Virtualisierung und verbessertem Klimamanagement reicht die Palette. Alles soll zur Reduzierung des Stromverbrauchs beitragen. Dennoch gibt es Prognosen von Analystenhäusern, die den Stromkosten eines typischen Rechenzentrums im Jahr 2011 um 60 Prozent höher sehen als heute. Der Leistungshunger, die überbordenden Datenmengen und die Strompreise wachsen einfach schneller als die Einsparbemühungen. Das sollten die IT-Verantwortlichen in ihren Forecasts berücksichtigen, und sich nicht durch kurzfristige Einsparpotenziale, die die Green-IT-Bewegung verheißt, täuschen lassen. Auch eine Form der richtigen Strategie.  Herzlichst, Ihr

Albert Absmeier

Unified Communications

Unified Communications verspricht das Ende des Kommunikationswirrwarrs, wenn nicht gar den Aufbruch in ein neues Kommunikationszeitalter. Dabei sollen die Inhalte das Entscheidende sein, und nicht die Medien auf denen sie gespeichert sind oder über die sie übertragen werden. Die Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Partner erhalten die Chance jederzeit und von jedem Ort über das bevorzugte Medium auf die gewünschten Informationen zuzugreifen – eingeschränkt nur durch ein Rechtesystem und nicht durch technische Limitierungen. Die Kommunikationsteilnehmer sind jederzeit und an jedem Ort über das bevorzugte Medium erreichbar – begrenzt nur durch ein Erreichbarkeitsprofil und nicht durch technische Einengungen.

Die Industrie will uns weiß machen, dass sich diese Vision mit den diversen integrierten Systemen der verschiedensten Hersteller in ihrer technischen Ausgereiftheit heute schon umsetzen ließe. Dem ist aber nicht so. Die Komplexität der vollständigen Realisierung von Unified Communications in der Praxis verhindert noch die Alltagstauglichkeit. Zu zahlreich und zu offen sind die Fragen die sich bezüglich Technologie, Schnittstellen, Integration, Protokolle, Standardisierung, Sicherheit, Identity Management, Risiken, Betrieb, Provisioning, Geschäftsprozessen oder Geschäftsmodellen in einer heterogenen Systemlandschaft innerhalb und außerhalb der Unternehmen ergeben. Ja es ist noch nicht einmal genau definiert, was unter Unified Communications zu verstehen ist.

Dennoch gibt es einen Markt und auch schon Produkte in diesem neuen Spielfeld. In der Arena für Unified Communications treffen Anbieter aus der TK und IT aufeinander. Sie treten mal als Kooperationspartner, mal als Konkurrenten auf. Manche Lösungen sind eher hardwarebasiert – andere mehr softwareorientiert. Anbieter wie Siemens oder IBM offerieren hinsichtlich der Integrierbarkeit einen eher heterogen Ansatz, mit der Unterstützung vieler Drittanbieter. Cisco und Microsoft setzen dagegen mehr auf Homogenität, also integrierte Systeme aus einer Hand – mit den bekannten Vor- und Nachteilen.

Es ist daher im Vorfeld einer Investitionsentscheidung zu prüfen, ob eine Unified-Communications-Lösung in eine historisch gewachsene ITK-Infrastruktur integrierbar ist, und ob die Lösung hauptsächlich aus Soft- oder Hardware bestehen soll. Zudem muss die IT-Infrastruktur auf dem neuesten Stand gebracht werden, um Engpässe zu vermeiden, die Qualität zu gewährleisten und die Verfügbarkeit sicher zu stellen. Und nicht zuletzt sollten die Mitarbeiter an die neue Art der Kommunikation herangeführt werden.

Herzlichst, Ihr

Albert Absmeier

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